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Kommt dir das bekannt vor?

Du stehst auf, machst das Radio an und singst gleich los. Bon Jovi, Adele, Michael Jackson, Beyoncé und Metallica laufen im Radio und du trällerst mit, was das Zeug hält.

Du singst eine Weile und merkst, wie du langsam heiser wirst.

Vielleicht räusperst du dich einfach nur mehr oder hast das Gefühl, das deine Stimme sich etwas belegt anfühlt…

Was ist passiert?

Klare Sache. Du hast dich nicht aufgewärmt und bist gleich in die Vollen gegangen.

Mit diesem Warmup helfe ich dir, langfristig Stimmschäden zu verhindern. Ich zeige dir ein einfaches und flexibles Mini-Programm, mit dem du deine Stimme und deinen Körper auf Betriebstemperatur bringst. In 5 Minuten – egal wo du bist und ohne Instrument.

 

Warum du dich aufwärmen solltest

Vergleich es mal mit Sport. Einem Marathonlauf, Mittelstreckenlauf oder auch einem Sprint.

Egal in welchem Fall, kein Sportler würde sofort – kalt – loslaufen oder losrennen.

Bevor er das eigentliche Rennen anfängt, bringen Sportler ihr „Instrument“ auf Betriebstemperatur, um keine Krämpfe und Muskelfaserrisse zu bekommen. Zusätzlich bringen sie eine bessere Leistung: der Kreislauf kommt in Schwung, der Geist entspannt sich und der Körper bereitet sich auf seine Bestleistung vor.

 

Muss ich meine Stimme jedes Mal aufwärmen?

Natürlich „musst“ du es nicht und auch nicht jedes Mal. Aber um deine Stimme jeden Tag und auch langfristig vor Schäden zu schützen, macht es Sinn. Gerade vor dem Singen höherer Töne sollte deine Stimme vorher auf Betriebstemperatur gebracht werden.

Mit diesem Warmup ist nur eine Zeitinvestition von 5 Minuten nötig. Du wirst merken, dass du dich beim Singen und auch Sprechen nicht nur besser fühlen wirst, sondern auch besser klingst und deine Stimme schonst. Also mindestens 3 Gründe deine Stimme aufzuwärmen. Solange sich deine Stimme nicht richtig gut anfühlt oder du denkst: „ich bin irgendwie noch nicht richtig fit/bereit zum Singen oder fühl mich nicht optimal vorbereitet“.

Mach dieses Mini-Warmup und du fährst sicher.

 

Aufwärmübungen vor dem Singen: 3 x 3

Dieses Aufwärmprogramm für deine Stimme besteht aus 3 Teilen.

3 mal 3 Übungen.

3 einfache Übungen, mit denen du deinen Körper aufwärmst.

3 Übungen, mit denen du deinen Atemapparat und deine Stütze vorbereitest.

Und 3 Übungen, wie du direkt deinen Stimmapparat aufwärmst.

Diese 3 Teile greifen ineinander, sind aufeinander abgestimmt und sind zielführend. Beim Aufwärmen solltest du neben den Stimmbändern auch deinen Körper und deine Atmung mit einbeziehen. Alle Bereiche, die sich direkt (oder indirekt) auf deinen Gesang auswirken.

Wenn z.B. dein Hals verspannt ist, sind Verspannungen beim Singen vorprogrammiert. Dein Kehlkopf, der in deinem Hals sitzt und in dem die Stimmbänder liegen, kann von diesen Verspannungen betroffen sein.

Wenn deine Schultern verspannt sind, kann deine Lunge sich nicht frei ausdehnen, weil sich diese Verspannungen auf deinen Brustkorb auswirken.

Du siehst: es gibt viele Wechselwirkungen.

Dein gesamter Körper ist dein Instrument. Deine Atmung ist der Motor deiner Stimme. Und deine Mund- und Nasenhöhle als deine Resonanzräume sind der Lautsprecher deiner Stimme. Bereite sie aufs Singen vor.

 

Übungen für deinen Körper

Schulterkreisen – Wir kreisen mit den Schultern 5 mal vorwärts und 5 mal rückwarts. Achte darauf, dass du beim Kreisen jede Position durchgehst (also vorne, unten, hinten, oben bzw. umgekehrt).

Massieren der Hals- und Nackenmuskulatur – Mit beiden Händen massieren wir die Hals- und Nackenmuskulatur etwa 30 Sekunden. Wende entsprechend Druck an, je nachdem wie verspannt du bist und wie es sich gut anfühlt.

Dehnen der Nackenmuskulatur – Wir drehen den Kopf beim horizontal schauen nach links und dann nach rechts. Je 2 Mal und jeweils mit einer angenehmen Spannung 10 Sekunden halten.

 

Übungen für deine Atmung

Atmung 1In den Bauch einatmen – Luft 3 Sekunden halten – kontrolliert und langsam auf dem Konsonanten „fff“ ausatmen (Vorstellung: Langsam Luft aus einem Ballon/Rad rauslassen). 2 mal wiederholen. Ziel: mind. 30 Sekunden Ausatemzeit

Atmung 2 – In den Bauch atmen – 3 Sekunden halten – auf „fff“ mit 5 Impulsen ausatmen. Ziel: kräftige Impulse + Atemluft beim letzten Impuls voll aufgebraucht haben

Atmung 3 – Wieder tief einatmen – kurz Luft halten – auf „sss“ langsam ausatmen – Geschwindigkeit/Druck des Ausatmens variieren Ziel: Nach erhöhtem Atemdruck, wieder ganz langsam Ausatmen/starkes Zurückhalten der Luft

 

Übungen für deine Stimme

Übergang von Atmung und Stimme – Auf stimmhaftem „SSS“ ausatmen/singen – zu stimmlosem „sss“ (wie in voriger Übung) wechseln – immer wieder wechseln, bis Luft aufgebraucht. Ziel: Übergänge so langsam und weich wie möglich + auch bei stimmlosem „sss“ die Luft möglichst zurückhalten

Sirene auf Mmm – Auf „Mmm“ wie wenn einem etwas schmeckt singen – dabei die Stimme immer wieder langsam hochziehen – den Kiefer dabei mit steigender Tonhöhe öffnen (Achtung: nicht nach vorne schieben) Ziel: Vorstellung den Ton mit steigender Höhe „in den Kopf nach oben“ zu singen

Sirene mit ausgestreckter Zunge – Wie vorige Übung, nur mit ausgestreckter Zunge – mit Lippen umschließen Ziel: Ton so weit vorne wie möglich klingen lassen (du solltest ein Vibrieren über deiner Oberlippe/deiner Nase/im Gesicht spüren Ich hoffe, dass dir dieses schnelle Warmup Spaß macht und du zurecht kommst.

Schreib mir im Kommentar-Formular, wie du deine Stimme aufwärmst.

Lass uns loslegen.
Tolga