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Willst du endlich lernen hohe Töne zu singen, ohne zu pressen?

Versagt deine Stimme bei hohen Tönen?

Die folgenden 3 Tipps helfen dir höher zu singen, ohne zu verkrampfen.

Sie sind so gestaltet, dass du alle Tipps verinnerlichen und gleichzeitig benutzen kannst, um schnell gute Resultate zu erzielen. Als Anfänger und auch als Fortgeschrittener helfen sie dir, höher zu singen.

Tipp 1: Offenes Einatmen und sanftes Ansingen beim Ausatmen

Um hohe Töne mit Leichtigkeit zu singen, solltest du erstmal tief und offen in den Bauch atmen.

Atme auf einem o wie in dem Wort „toll“ ein, d.h. forme deinen Mund so, als ob du toll sagen würdest ohne das t vorne.

Wenn du dir das so vorstellst, dann wird sich auch dein ganzer Mundraum in die richtige Position bewegen, sodass du deinen Resonanzraum im Mund (dem Lautsprecher deines Instruments) vergrößerst. Damit setzt du gute Voraussetzungen beim anschließenden Ausatmen – also Aussingen – mit vergrößertem Resonanzraum zu singen.

Wenn du schonmal gehört hast, man muss ausschließlich durch die Nase einatmen, dann ist das Quatsch. Beim Singen von modernen Pop, Rock, RnB und Soul-Songs reicht die Luft, die du durch die Nase einatmen würdest oft nicht aus. Gerade in schnelleren Songs, wo kaum Zeit zum Atmen bleibt, solltest du dich daran gewöhnen, oft durch den Mund (ideal ist eine Kombination aus beidem) einzuatmen.

Für diese Übung erreichst du dadurch eine entspannte, relativ tiefe Kehlkopfstellung, die das Herausquetschen der Töne eingrenzt.

Du schaffst außerdem viel Platz im Mund- und Rachenraum, um volle und klare Töne zu singen.

Beim Ausatmen singst du den Ton ganz sanft an. Achte darauf, dass der Ton nicht luftig klingt. Es sollte keine Nebenluft hörbar und spürbar sein, da durch Nebenluft deine Stimmbänder schneller austrocknen. Zusätzlich lernst du mit dieser Übung, deine Luft besser zu dosieren. Stell dir vor, dass du beim lockeren und langsamen Ausatmen, deine Stimmbänder ganz langsam zusammenführst. Du gehst sanft in den Ton und lässt deine Stimme durch deinen Atem sanft tragen.

Es ist ein Gefühl, als würde der Ton schweben.

Tipp 2: In die Ferne denken – NICHT in die Höhe

Wenn du hohe Töne singst, denke sie in die Ferne – weiter weg.

Denke nicht nach oben, da dies nicht nur psychisch die Angst vor hohen Tönen erhöht, sondern auch Spannungen im Halsbereich verursachst.

Dies grenzt die Freiheit deines Kehlkopfes ein und führt zu Verspannungen und folglich zum Pressen der Töne. Der Ton klingt gedrückt und du wirst wahrscheinlich schnell heiser werden.

Wenn du also eine Folge von mehreren höheren Tönen hast, denke sie in unterschiedlicher Entfernung nach vorne. Du rufst sozusagen in die Ferne. Der höchste Ton ist dabei immer der Weiteste.

Zusatztipp: Falls du damit nicht viel anfangen kannst, bzw. es nicht funktioniert. Probiere die hohen Töne in den Boden zu singen. Diese Vorstellung funktioniert bei manchen besser, um hohe Töne zu singen ohne zu pressen.

Tipp 3: Anpassung auf offene Vokale – Nicht so singen, wie man die Wörter liest

Vielleicht hast du mal den Begriff Vokalausgleich gehört – das ist was hier gemeint ist.

Du sprichst die Wörter beim Singen hoher Töne nicht mehr so, wie du sie beim Vorlesen tun würdest, sondern passt engere Vokale wie E und I an.

Ein I geht dann eher in Richtung EH und ein E in Richtung ÄH.

Schau dir das Video an, um genau zu hören, was damit gemeint ist. Der Beispielsong im Video ist „Nur zu Besuch“ von den Toten Hosen. Wenn du z.B. „Und so red ich mit dir wie immer“, singst du eher „und so räd ehch meht dehr weh ehmmer“. Bei der Zeile „kann deine Stimme im Wind hören“ ist das eher „kann daane Stehme ehm Wehnd hörn“. Achte darauf, obwohl hier einige h’s notiert sind, dass es nur Verlängerungen des Vokals e sind und keine gehauchten h’s. Sonst hast du zu viel Nebenluft in der Stimme, was wiederum kontraproduktiv wäre für einen ökonomischen Stimmsound.

Schritt für Schritt hohe Töne singen lernen…

Diese Tipps kommen direkt aus meiner Unterrichtspraxis und haben mir selbst geholfen, Hohe Töne mit Leichtigkeit zu singen.

Auch wenn sie effektiv sind und sich an der Gesangspraxis orientieren, wirst du den Erfolg vielleicht nicht sofort feststellen können.

Manche Schüler erreichen schnell einen hörbaren Unterschied und wundern sich über die schnellen Ergebnisse. Ein Schülerzitat aus einer meiner letzten Stunden: „Krass. Ich glaube, dass ich noch nie so hoch und so klar gesungen habe, ohne dass ich irgendwie gekrampft hab…“ und er hat gestrahlt!

Das sind die Momente, die mich wirklich glücklich machen.

Die besten Sänger üben regelmäßig. Bleib am Ball und nehm dich regelmäßig auf, um auch kleinere Fortschritte festzuhalten.

Es gibt Tage, an denen du denken wirst, dass es nicht voran geht. Dann gibt es Tage, an denen du denkst, dass du viel besser geworden bist und umgekehrt.

Das Wichtigste ist, dass du dranbleibst und dich nicht entmutigen lässt.

Du wirst besser singen und auch hohe Töne singen lernen. Es ist nur eine Frage der Zeit, regelmäßiger Übung und Kontrolle und der professionellen Anleitung.

Achtung: Wenn du beim singen hoher Töne irgendwelche unangenehmen Spannungen im Halsbereich hast, du sogar heiser wirst oder irgendwelche Schmerzen hast, hör bitte erstmal auf zu singen. Nimm unter tolga@dergesangscoach Kontakt zu mir auf und ich helfe dir gerne in einer kostenlosen Online-Probestunde, deine Stimme richtig einzusetzen und mittelfristig dich selbst zu überprüfen und verbessern zu können.

Wie kamst du mit den Übungen zurecht?
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Lass uns loslegen,
Tolga

P.S.: Neben diesem Weg hoch zu singen, kannst du auch in deiner Kopfstimme singen. Das ist ein deutlich schmalerer Sound, kann aber je nach Song sehr gut passen. Justin Timberlake, Dido und Damien Rice singen beispielsweise oft in ihrer Kopfstimme.